Vita

Künstlerstatement

Fluidogramme sind kameralose fotochemische Bilder auf Schwarz-Weiß-Fotopapier. Sie entstehen im Zusammenspiel von Entwickler, Fixierer, Zeit und gezielten Eingriffen in das Material. Anders als beim klassischen Fotogramm steht dabei nicht der Schattenwurf durch aufgelegte Gegenstände im Mittelpunkt. Mit dem Chemigramm verbindet sie die unmittelbare Arbeit mit fotografischer Chemie. Mein besonderes Interesse gilt dem Hervortreten körperhaft erscheinender Bildformen.

Der Begriff Fluidogramm bezeichnet für mich Bilder, deren Formen aus einem prozesshaften, fluiden Geschehen hervorgehen. Material und Eingriff setzen eine Bildentstehung in Gang, die ich beeinflusse, ohne sie vollständig festzulegen.

Die Suche nach dem Unsichtbaren zieht sich seit über vier Jahrzehnten durch meine künstlerische Arbeit. Zunächst verfolgte ich sie mit malerischen Mitteln. Seit 2022 führe ich diese Suche auch mit fotochemischen Mitteln in den Fluidogrammen fort.

Am Anfang steht eine ungefähre Vorstellung von Form. Während der Arbeit entwickelt sich daraus die eigentliche Bildform, oft wie von selbst. Ich begleite und beeinflusse diesen Prozess, ohne sein Ergebnis vorauszusehen. Jedes Bild ist deshalb auch für mich eine Überraschung.

Biografie

Frank Brovira (Frank Roeseler)

1957 geboren in Hannover.

1977–1983 Studium der Freien Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Gerhard Rühm und Franz-Erhard Walther.

Veröffentlichungen

2023 · „Papertrail“, herausgegeben von Christoph Bannat
2006 · „Pudelkollektion“, Katalog, Golden Pudel Klub, Hamburg
2002 · „Hochzeitsschleifen“, material-Verlag, Hamburg
2000 · „Erlebnisbilder“, Katalog, Kunsthaus Hamburg
1994 · „Die Bücher der Künstler“, Edition Hansjörg Mayer, Stuttgart
1992 · „Frühjahrsboten“, Rainer-Verlag, Berlin

Stipendien

2000 und 2001 · Hans-Günther Baass-Atelierstipendium, Hamburg
1999 · Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg